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Es ist einer der universellsten Bräuche der Menschheit, doch die Art und Weise wie er zelebriert wird, ist auf der ganzen Welt verschieden: Es geht um die Hochzeitszeremonie. Wir haben uns gefragt, wie sich die Menschen in Asien das „Ja-Wort“ geben und haben vier Länder ausgewählt, um Euch einen Einblick in die unterschiedlichen Hochzeitsbräuche zu geben. Falls Du noch nicht verheiratet bist, kannst Du Dich ein wenig von den asiatischen Hochzeitstraditionen inspirieren lassen, bis Du eines Tages „Ja, ich will“ zu Deinem zukünftigen Ehemann oder Deiner zukünftigen Ehefrau sagst.

China

Das chinesische Volk kennt viele spezielle Bräuche für zahlreiche Lebensbereiche. Hochzeiten sind natürlich keine Ausnahme. In China neigen die Menschen zu einem gewissen Maß an Aberglaube, was das Hochzeitsdatum betrifft. Häufig suchen Paare einen Wahrsager oder eine Astrologin auf, die ihnen dabei helfen sollen, ein Datum für die Hochzeit zu finden, was Glück und Wohlstand verspricht. Bereits seit Jahrhunderten trägt die Braut ein leuchtend rotes, bodenlanges Seidenkleid, Qipao genannt. Rot ist in China die Farbe des Glücks und spielt deshalb auch in zahlreichen anderen Zeremonien in eine Rolle. Auf manchen Hochzeiten wechselt die Braut mehrfach das Kleid, um auf diese Weise den Reichtum ihrer Familie zu unterstreichen.

Am Morgen der Hochzeit klopft der Bräutigam mit seinem Gefolge an die Türe der Braut, die allerdings von den Brautjungfern bewacht wird. Der Bräutigam muss nun die Brautjungfern mit etwas wertvollem bestechen, damit er Zutritt zu den Gemächern erlangt und mit seinen zukünftigen Schwiegereltern gemeinsam Tee trinken darf. Musik spielt eine große Rolle bei chinesischen Hochzeiten und bei besonders extravaganten Feiern wird sogar ein Löwentanz aufgeführt. Dabei tanzen Tänzerinnen und Tänzer zu kraftvoller Trommel- und Gong-Musik um böse Geister zu vertreiben.

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Indien

Indien steht China in nichts nach wenn es um Zeremonien rund um den schönsten Tag im Leben geht. Vor der eigentlichen Hochzeit findet eine Verlobungsfeier statt um die  Ringe auszutauschen und damit sich die beiden Familien gegenseitig mit Geschenken und Süßigkeiten eine Freude machen. Eine andere Zeremonie, die ebenfalls vor der eigentlichen Hochzeit stattfindet heißt Mandap Muhurat. Braut und Bräutigam gehen auf verschiedene Parties. Dort wird auf ihre Haut gelbes Kurkuma Gewürz-Pulver aufgetragen, damit diese schön weich wird. Kurz vor der Hochzeit unterzieht sich die Braut der Mehendi-Zeremonie in ihrem Zuhause. Währenddessen werden ihre Hände, Handgelenke, HanHandflächen, Arme, Beine und Füße mit Henna sehr kunstvoll bemalt. Diese Ornamente werden von ihren Freundinnen aufgetragen. Auch in Indien gilt Rot als eine glückbringende Farbe. Der traditionelle Sari wird deshalb auch in Rot oder in Rot mit Weiß und goldenen Verzierungen getragen.

Der wichtigste Teil der Hochzeit wird Saptapadi genannt. Er umfasst den Austausch des Liebesschwurs und wird vor einem heiligen Feuer abgehalten. Das Brautpaar muss das Feuer dreimal umkreisen. Nach dem ersten Mal tauschen sie ihren Eheschwur aus, nach dem dritten Mal schenkt der Bräutigam seiner Braut einen silbernen Ring als Zeichen seiner Liebe. In der Var Mala Zeremonie tauscht das Paar Blumenketten aus, als Zeichen ihrer gegenseitigen Liebe und als Symbol dafür, dass die Braut den Bräutigam als ihren Ehemann akzeptiert hat.

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Java, Indonesien

Auf Java dauern Hochzeiten gerne mal mehrere Tage und die Zeremonien sind von Kaste zu Kaste, von Familie zu Familie unterschiedlich. Eine wichtige Besonderheit ist, dass der Wunsch der Hochzeit von den jeweiligen Schwiegereltern geäußert werden muss. Schließlich ist die Hochzeit ein lange währender Bund, der zwei Familien zusammen bringt und deshalb nicht leichtfertig eingegangen werden sollte. Handelt es sich um eine große Hochzeit, wird eine spezielle Person ernannt, die sich um das Make-Up des Königs kümmert und Paés Agung genannt wird. Bei einer kleineren Hochzeit reicht ein Paés Kesatrian, also eine Person, die für das Make-Up des Ritters verantwortlich ist. Die Paés sind für die verschiedenen Bräuche auf der Hochzeit zuständig: Siraman (die Badezeremonie), Midodareni (die Zeremonie am Abend vor der Hochzeit), Ijab (religiöse Weihe-Zeremonie) und andere javanesische Bräuche.

Siraman heißt „ein Bad nehmen”. Symbolisch bedeutet es, Körper und Seele zu reinigen. Diese Zeremonie findet meistens am Nachmittag vor dem eigentlichen Hochzeitstag, im Badezimmer oder Garten der jeweiligen Eltern statt. Die Anzahl der Leute, die in Siraman involviert sind, spielt auch eine Rolle. Die Eltern, sowie ältere Menschen oder Frauen mit besonders erhabener Moral sollten anwesend sein. Allerdings dürfen nicht mehr als sieben Personen bei der Badezeremonie helfen. Spezielle Utensilien wie Quellwasser,Blüten in einer kupfernen Schale, buntes Puder in fünf verschiedenen Farben das als Seife verwendet wird, Shampoo und Haarspülung werden für das Bad benötigt. Die Waschung beginnt, während Braut oder Bräutigam in Gebetshaltung mit den Händen vor der Brust verharren. Wasser wird über die Hände gegossen und der Mund muss dreimal ausgespült werden. Anschließend werden der Kopf, das Gesicht, der Nacken, die Ohren, Hände und Füße je dreimal mit Wasser begossen. Die letzte Person, die bei der Badezeremonie hilft, wäscht die Haare mit einem speziellen Shampoo und benutzt das bunte Puder für die Reinigung. Zuletzt wird ein getöpfertes Fläschchen auf dem Boden zerbrochen und dabei sagt der Pameas „Wis Pecah Pamore”, was so viel bedeutet wie „nun bist Du wunderschön und bereit, zu heiraten”. Schau Dir das Video an, um einen Eindruck von einer Siraman-Zeremonie zu bekommen.

Japan

In Japan trugen Bräute traditionell ein buntes feierliches Gewand im japanischen Stil,  shirokumus genannt. Heute wird häufig eine shiro in weiß getragen und die Bräute werden von Kopf bis Fuß weiß geschminkt – als Symbol für Reinheit. Nach der Hochzeitszeremonie wechselt die Braut häufig ihr Kleid und trägt einen roten, weißen, gold oder silber bestickten Seidenkimono, genannt Irouchiakake, den sie später wiederum gegen ein Kleid im westlichen Stil austauscht. 

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Die wichtigste Hochzeitstradition in Japan ist das Teilen von sake, das san-san-kudo genannt wird. Beide Schwiegerelternpaare und auch das Brautpaar nehmen an der Zeremonie teil. Der Bräutigam nimmt drei Schlucke Reiswein (sake) aus drei verschiedenen Bechern. Die Braut tut es ihm gleich. Im Anschluss bieten sie den (Schwieger-) Eltern den Reiswein als Symbol dieser neuen Verbindung an. Die erste Drei (die drei Schlucke) steht hierbei für die drei anwesenden Paare, die zweite Drei (die drei Becher) repräsentiert die drei menschlichen Schwächen: Hass, Lust und Ignoranz. Die Neun gilt wiederum als Glückszahl in Japan und soll das Brautpaar von den drei menschlichen Schwächen befreien.

Als weiterer Höhepunkt der Hochzeit gilt eine Kette mit 21 Perlen, die optisch dem katholischen Rosenkranz ähnelt und das Brautpaar, deren Familien und den Buddha repräsentiert und somit für die Einheit der Familien steht. Die Eltern werden mit Blumen, einer Rede und einem Brief, der Liebe und Dankbarkeit ausdrücken soll geehrt. Zudem werden 1001 goldene Origami-Kraniche gefaltet, um dem Brautpaar Glück, ein langes Leben,Treue und eine friedliche Ehe zu schenken. Der Kranich wird in Japan mit ebendiesen Eigenschaften in Verbindung gebracht.

Wegen seiner leuchtend roten, glückbringenden Farbe besteht das Hauptgericht bei japanischen Hochzeiten häufig aus Hummer. Auch Muscheln werden gerne gereicht – sie symbolisieren die Einheit des Paares. Das üppig ausfallende Hochzeitsessen wird nie in vier Gängen serviert, da vier (oder Shi) als Unglückszahl gilt, denn Shi klingt wie das japanische Wort für „Tod”.

Falls Du mal auf einer japanischen Hochzeit eingeladen sein solltest und nicht weißt, was Du den frisch Vermählten schenken sollst: „Geld” heißt das Zauberwort. Es wird in sogenannten Shugi-Bukuro, besonders hübsch dekorierten Umschlägen verschenkt.

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