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Zu einer gesunden Lebensweise gehört eine Kombination aus Sport und ausgewogener Ernährung – darüber ist man sich in westlichen Gesellschaften einig. Unsere gängige Ernährungspyramide empfiehlt eine Mischung aus Obst, Gemüse, stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Pasta, Brot und Reis, etwas Milch, ein wenig Fleisch, Fisch, Eier und andere proteinhaltige Lebensmittel, sparsam ergänzt durch fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel.

Fernöstliche Ansätze

In asiatischen Gesellschaften ist die Herangehensweise eine völlig andere. Hier steht häufig die taoistische Philosophie im Mittelpunkt, die sich mit der Balance zwischen Yin- und Yang-Energien befasst. Dabei geht es nicht nur um Einflüsse auf den Körper von außen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) konzentriert sich auf diese Balance im Körper und welche Nahrungsmittel dabei behilflich sein könnten. Wenn Du in Balance bist, dann fühlst Du Dich gut – nicht nur körperlich, sondern auch auf mentaler, emotionaler und spiritueller Ebene. Geraten die Yin- und Yang-Energien in ein Ungleichgewicht, kann das gesundheitliche Probleme wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, ernste Krankheitsbeschwerden und eine ganze Reihe frustrierender Leiden mit sich bringen. Mit der richtigen Nahrung kann dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot gebracht werden. Nach chinesischer Weisheit ist dies der Weg zu einem gesunden, langen und unbeschwerten Leben.

Die Balance zwischen Yin und Yang im Körper

Laut asiatischer Lehre hat jeder einen speziellen Körpertyp, der bei Geburt festgelegt wird. Allerdings werden manche Organe in unserem Körper eher von der Yin- oder der Yang-Energie dominiert. Beide Energien lassen sich durch bestimmte Nahrungsmittel ausbalancieren. Instinktiv beeinflussen wir diese Balance, indem wir z.B. zu bestimmten Jahreszeiten spezielle Dinge essen: Wenn es kalt ist, sehnen wir uns nach wärmendem Essen wie Eintöpfe und Suppen. Bei warmen Temperaturen greifen wir eher zu rohem Essen wie Salate oder kühlen Getränken.

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In der Tao-Philosophie wird von einer Yin-Yang-Skala ausgegangen, auf der sich Nahrungsmittel einstufen lassen – von sehr Yin bis zu sehr Yang. Dabei geht es nicht nur um die Qualität der Nahrungsmittel, sondern auch, ob sie unter oder über der Erde wachsen, wie frisch sie sind, ob sie stark verarbeitet wurden, oder wie sie zubereitet wurden – all das beeinflusst die Einteilung in Yin und Yang.

Yin und Yang der Nahrung

Yin-Nahrungsmittel sind eher kühl und führen dem Körper Feuchtigkeit zu. Yang-Lebensmittel sind hingegen warm und entziehen Feuchtigkeit. Diese Eigenschaften stehen weniger im Zusammenhang mit der tatsächlichen Temperatur oder Feuchtigkeit der Nahrung, sondern richten sich eher nach dem Effekt, den gewisse Lebensmittel auf den Körper haben. Gekochter Spinat und gebackener Tofu sind beispielsweise kühl und feuchtigkeitsspendend. Gekühlter Wein ist wärmend, so wie Ingwer und rotes Fleisch. Obwohl sie sich trocken anfühlen, versorgen Cashewnüsse den Körper mit Feuchtigkeit. TCM befasst sich seit mehreren tausend Jahren mit den Auswirkungen, die Nahrung auf die Gesundheit hat und hat im Laufe der Zeit verschiedene Energie-Aspekte und Körpertypen klassifiziert. Abhängig von der Konstitution Deines Körpers kann es sinnvoll sein, sich abgestimmt auf die aktuellen Bedürfnisse Deiner Yin- und Yang-Energien zu ernähren um beide in Einklang zu bringen und Deine Gesundheit zu stärken.

Yin & Yang Überschuss

Woran erkennen wir aber, ob unser Körper zur Yin- oder zur Yang-Kategorie gehört? Die nachfolgende Liste kann Dir helfen herauszufinden, ob Dir Yin- oder Yang-Energie fehlt und was Du gegen dieses Ungleichgewicht tun kannst. Ein Überschuss an Yin-Energie drückt sich durch zwei Dinge aus: Kühle und Feuchtigkeit. Zu viel Yang-Energie zeigt sich durch Hitze und Trockenheit.

Überschuss an Yin-Energie

Kälte
Menschen mit einem Yin-Überschuss neigen zum Frösteln, ihr Urin ist klar, sie ziehen sich gerne dick an, mögen Wärme, haben einen weichen Stuhlgang, eine blasse Haut, bevorzugen warme Speisen und Getränke, haben einen langsamen Stoffwechsel, haben weiche, fleischige Muskeln, sind selten durstig, häufig müde, schlafen daher viel, neigen zu Depressionen, ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich in kaltem Klima und ihre Persönlichkeit ist eher ruhig und zurückgezogen.

Der kühle Aspekt kann ein Grundelement ihres Körpers sein, der ihnen bei der Geburt mitgegeben wurde. Allerdings kann er auch durch zu viel rohe Nahrungsmittel hervorgerufen worden sein. Dieses kalte Element kann sich auch durch das Älter werden entwickeln. Kälte und Feuchtigkeit treten nicht zwangsläufig, jedoch häufig gemeinsam auf.

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Abhilfe gegen Kälte
Halte Dich warm und bring regelmäßig Deinen Kreislauf in Schwung – am besten mit schweißtreibendem Sport wie Joggen oder Aerobic. Von innen tun Dir warme Rindfleischgerichte, wie Suppen oder Eintöpfe, Eier aus Freilandhaltung, Aal, Forelle und wilder Lachs gut. Aus der Gemüseabteilung solltest Du gekochtes Wurzelgemüse, gebackenen Winterkürbis und Zwiebeln ausprobieren. Nüsse und Samen haben wärmende Eigenschaften, genauso wie Butter, Zimt, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma und Pfeffer. Bei Getreide greifst Du zu Haferflocken, Quinoa und Buchweizen. Generell gilt: Speisen und Getränke gekocht und warm zu sich zu nehmen. Yin-Nahrungsmittel wie Salate, Obst, Säfte, gefrorene Desserts, Pasta, weißes Mehl und eisgekühlte Getränke am Besten auf ein Minimum reduzieren oder direkt ganz vermeiden.

Feuchtigkeit
Ein Überschuss an Yin-Energie kann sich auch anders zeigen: Eine Abneigung gegen Schwüle und Feuchtigkeit, eine verstopfte Nase, der Gesundheitszustand verschlechtert sich bei Schwüle, sich benebelt fühlen, Blähungen, wenig Durst oder Hunger, Übergewicht, geschwollene Augen, ein geschwollenes Gesicht oder Kurzatmigkeit.

Feuchtigkeit kann mit Kälte und Hitze in Verbindung gebracht werden. Sie kann auftreten, wenn Du Dir keine Zeit für Deine Mahlzeiten nimmst, durch übertriebenes Grübeln oder auch durch zu viel fritiertes Essen, Brot, Pasta, industriell verarbeitete Milchprodukte, Eiscreme oder andere Süßigkeiten. Salate und Obst können die Verdauung erschweren und dadurch die Feuchtigkeit erhöhen.

Abhilfe gegen Feuchtigkeit
Auch hier hilft regelmäßiges Cardio-Training oder Aerobic um die überschüssige Yin-Energie abzubauen. Hilfreiche Nahrungsmittel sind gedünstete grüne Gemüsesorten wie Brokkoli, Rübstiel, Spargel und Grünkohl. Auch Fisch und gegrilltes oder gebratenes Fleisch und Geflügel wirken ausgleichend. Getreidesorten wie Roggen, Jasmin und Basmati Reis wie auch gekeimtes Getreide helfen, sich wieder wohler zu fühlen. Radieschen, Rüben, Kürbiskerne, grüner Tee sowie bittere Nahrungsmittel und Kräuter dämmen die Feuchtigkeit ein. Außerdem ist es hilfreich, das Essen langsam zu kauen. Auf Süßigkeiten, Milchprodukte und stärkehaltige Lebensmittel wie Lasagne und Brot aus Weißmehl sollte verzichtet werden.

Überschuss an Yang-Energiet

Hitze
Ob Du zu viel Yang-Energie im Körper hast, kannst Du leicht feststellen. Ist Dir häufig warm, bist Du eher redselig, fühlst Du Dich in warmen Klima unwohl, ist Dein Urin dunkel gefärbt, hast Du einen sehr rosigen Hautton, hast Du oft Durst (insbesondere auf kalte Getränke?), leidest Du unter Kopfschmerzen, Nasenbluten, Bluthochdruck, Zahnfleischbluten, unruhigem Schlaf, negativen Träumen, Ungeduld, Reizbarkeit, Wut oder Verstopfung?

Dann versuche, Stress, Alkohol und Zucker zu vermeiden, da alle drei dem Körper zusätzliche Hitze zufügen. Meditation, Spaziergänge in der Natur, Schwimmen und Yoga sind hingegen ideal, um einen Überschuss an Hitze auszugleichen. Dabei helfen auch Nahrungsmittel wie Gurken, Salat, gedünstetes dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat und Brunnenkresse. Alle Gemüsesorten helfen bei einem Überschuss an Yang-Energie, wohingegen Fleisch vermieden werden sollte.

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Abhilfe gegen Hitze
Kühlende Nahrungsmittel wie Melonen, Birnen, Bohnen, Sprossen, Sushi, mild gewürzte Suppen und viel Wasser sind hilfreich, um das Feuer bei Yang-Überschuss einzudämmen. Minze kann gut als Gewürz verwendet werden, da sie kühlende Eigenschaften besitzt. Pfeffer, Knoblauch, Ingwer und Zwiebeln sollten hingegen sparsam eingesetzt werden.

Trockenheit
Die Trockenheit, die häufig durch die Hitze die mit einem Überschuss an Yang-Energie einhergeht hervorgerufen wird, äußert sich in trockener, schuppiger Haut, Schuppen, einem starken Verlangen nach Süßigkeiten, trockenem Stuhlgang, Verstopfung, einer Vorliebe für warme Getränke, die in kleinen Schlucken getrunken werden, einer trockenen Kehle, trockenen Augen oder Nachtschweiß. Trockenheit tritt auch häufig in Kombination mit der Menopause auf. Wenn Du unter einem Überschuss an Trockenheit leidest, kann Dir schnell warm oder kalt werden, Du hast eher eine zierliche Statur, bist schnell gestresst, irritiert oder frustriert. Trockenheit äußert sich auch in Form von sehr rosigen Wangen, insbesondere nach körperlicher Ertüchtigung. Trockenheit weißt meistens auf einen Mangel an Yin-Energie oder Feuchtigkeit hin.

Hormone, die natürlichen Öle unserer Haut, Speichel und Verdauungssäfte beinhalten unsere Yin-Energie. (Körper-)Flüssigkeiten sind notwendig, um unsere normale Körpertemperatur zu erhalten. Ein Mangel an Körperflüssigkeiten kann zu Überhitzung oder Frieren führen. Je älter wir werden, insbesondere auch während der Menopause, reduziert sich die Flüssigkeit in unserem Körper. Auch wenn sich Hitzewallungen wie Hitze anfühlen, sind sie eigentlich ein Zeichen für eine Abnahme der Yin-Energie. Auch Stress kann sich negativ auf den Yin-Aspekt in unserem Körper auswirken.

Abhilfe gegen Trockenheit
Meditation,Yoga, entspannende Spaziergänge an der frischen Luft oder Gartenarbeit helfen gegen die Trockenheit im Körper. Nahrungsmittel, die hochwertige Fette enthalten sind zudem förderlich. Dazu gehören z.B. Kokos- und Olivenöl, Nüsse, Avocados, Ziegenkäse und dunkles Geflügel. Weitere feuchtigkeitsspendende Nahrungsmittel sind schwarze Bohnen, Grünkohl, grüne Bohnen, Kürbis, Yams, Meeresgemüse, Hirse, Vollkornweizen, fermentierte Sojaprodukte (wie Tempeh) und Schalentiere.

Das Nahrungsmittel-Diagramm

Oftmals teilt uns unser Körper auf ganz natürlichem Wege mit, was er braucht, um die Yin- und Yang-Energien auszubalancieren. Dies äußert sich oftmals in Form von Gelüsten. Also vertraue auf Deine Intuition. Solltest Du Dich trotzdem nicht besser fühlen, sprech mit einem TCM-Mediziner, lass Deine genaue Konstitution bestimmen und die besten Nahrungsmittel für Dich zusammenstellen. Unser Diagramm hilft Dir dabei, Lebensmittel auf der Yin-Yang-Skala einzuordnen. Yin- und Yang-Rezepte findest Du bald hier auf unserem Blog.

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